Aktuell
Startseite / Stadt Wil / Wil: Hundehalter fechten Polizeireglement an
Wil: Hundehalter fechten Polizeireglement an

Wil: Hundehalter fechten Polizeireglement an

Wil, 26.07.2016, 16:35 | sk

An der Sitzung vom 2. Juni 2016 hat das Wiler Stadtparlament das neue Polizeireglement genehmigt. Anlass zu Diskussionen gaben unter anderem die Vorschriften über die Hundehaltung, welche eine generelle Leinenpflicht in allen Grünanlagen, Pärken, Wäldern sowie an Waldrändern auf dem Gemeindegebiet vorsehen. Damit gäbe es in Siedlungsnähe faktisch keinen Ort mehr, an denen Hunde freien Auslauf geniessen dürfen. Anträge, die Regelung zu lockern beziehungsweise ganz darauf zu verzichten, wurden mit 30 zu 7 respektive 26 zu 11 Stimmen abgelehnt. Der Parlamentsentscheid löste bei den Hundehaltenden in der Stadt Wil einen Sturm der Entrüstung aus und hat nun ein juristisches Nachspiel. Nicht weniger als 92 Hundehalter und -halterinnen fechten das Polizeireglement mittels Abstimmungsbeschwerde an und beantragen die Aufhebung der strittigen Bestimmungen. 23 weitere Personen, welche sich nicht direkt an der Beschwerde beteiligen, da sie keinen Hund halten oder ausserhalb von Wil wohnen, unterstützen die Beschwerdeführerenden finanziell. Die Beschwerde soll falls nötig bis vor Bundesgericht gezogen werden.

Sowohl aus tierschützerischer als auch aus rechtlicher Sicht ist die vom Parlament erlassene Regelung äusserst fragwürdig. Ausreichend Bewegung sowie Sozialkontakte sind für die normale Entwicklung und das Wohlbefinden von Hunden unabdingbar. Die eidgenössische Tierschutzverordnung schreibt denn auch vor, dass Hunde wenn möglich täglich freien Auslauf erhalten sollen. Mit der in Frage stehenden, generellen Leinenpflicht würde es den Wiler Hundebesitzern und -besitzerinnen weitgehend verunmöglicht, die bundesrechtlichen Haltungsvorschriften zu erfüllen. Die Regelung dürfte vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip kaum standhalten. Im Kanton Bern hat das Verwaltungsgericht eine Leinenpflicht, welche sich auf einen Viertel der Fläche der betreffenden Gemeinde erstreckte, als unverhältnismässig beurteilt und aufgehoben. Da das Wiler Polizeireglement eine noch weitergehende Einschränkung vorsieht, sind die Beschwerdeführenden zuversichtlich, dass ihr Begehren spätestens im Rahmen der unabhängigen gerichtlichen Überprüfung gutgeheissen wird.

Wil, 25. Juli 2016

Im Namen der Beschwerdeführenden:

  • Erika Häusermann, Stadtparlamentarierin, GLP
  • Sebastian Koller, Stadtparlamentarier, Junge Grüne
  • Marcel Malgaroli, Stadtparlamentarier, FDP
  • Mirta Sauer, Stadtparlamentarierin, SP
  • Ruedi Schär, Stadtparlamentarier, CVP

(Quelle: Medienquelle Stadt Wil, Medienmitteilung vom 25.07.2016)

14460 Total Views 9 Views Today

2 Kommentare

  1. Hélène von Aesch

    Gibt es immer noch solch unsinnige Entscheide? Unverständlich.
    Da werden im Wald, am Waldrand und auf Wiesen Partys gefeiert und Müll hinterlassen. Das schert niemanden. Die laute Musik sei normal und zulässig, die Leute haben ja Anrecht auf Vergnügen.
    Velofahrer rasen durch den Wald. Das sei gesund und wird gefördert.
    Wir Hundehalter lassen nichts liegen und nehmen Rücksicht und befolgen ganz viele Empfehlungen des BAG. Das wird anscheinend nicht honoriert.
    Wir Hundehalter sind ganz normale Menschen/Steuerzahler und haben auch etwas zu gut, nämlich ein Haustier, das uns begleitet und das uns enorm gut tut (vergl. Sendung im Treffpunkt von Freitag, 22.07.2016). Das Haustier hat auch einen volkwirtschaftlichen Nutzen, der wird aktuell wissenschaftlich untersucht.
    So hoffe ich denn, dass die Behörden bald ein Einsehen haben und uns Hundehalter ebenfalls unterstützen.

  2. Danke allen, die gegen das Gesetz sind und was unternehmen. Danke im Namen der Hunde.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>