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Flawil: Flawiler Viertklässler vertreiben mit Glocken den Winter
Der Chalandamarz in Bever fand mit Flawiler Beteiligung statt.

Flawil: Flawiler Viertklässler vertreiben mit Glocken den Winter

Flawil, 08.03.2018, 09:42 | ks

FLAWIL Die 4. Klasse von Roland Wetter im Schulhaus Botsberg hat auf Einladung der Gemeinde Bever am Chalandamarz teilgenommen. «Es war toll, einen anderen Brauch, den Chalandamarz, kennenzulernen», schreiben die Schüler Gian-Luca und Jonas nach ihrer Rückkehr.

Die Sehnsucht nach dem Frühling im Engadin ist riesengross, wenn man die Unmengen von Schnee gesehen hat, die im März und April jeweils noch daliegen. Vielleicht ist deshalb der Brauch des Chalandamarz entstanden, der Vertreibung des Winters mit Glocken am 1. März jedes Jahres. Die Schuljugend zieht jeweils mit Viehglocken schellend und singend durchs Dorf.

Auf Einladung der Gemeinde Bever ergab sich für die 4. Klasse von Roland Wetter in diesem Jahr die einmalige Gelegenheit, gemeinsam mit Engadiner Kindern am Umzug des Chalandamarz teilzunehmen. Vielen ist dieser Brauch auch aus dem Buch und Film «Schellenursli» vertraut. Den Kontakt zur Gemeinde Bever hatte der Vater einer Schülerin geknüpft. Ein Arbeitskollege des Vaters sitzt im Gemeinderat von Bever.

Glocken, Kittel und Halstücher
In der Schule bereitete sich die Klasse von Roland Wetter intensiv auf diesen Tag vor. Die Schülerinnen und Schüler lernten fleissig die betreffenden Lieder, welche die Engadinerin Marlis Karrer mit ihnen eingeübt sowie der Musiker und Lehrer Curdin Nicolay mit ihnen eingespielt hatte. Im Fach Gestalten stellten die Schülerinnen und Schüler die sogenannten «rösas» her. Das sind Blüten aus Seidenpapier für die Hüte. Zudem führte die 4. Klasse im Vorfeld einen regen Briefwechsel mit der 4./5. Klasse von Bever.

Die Utensilien wie Glocken, Kittel und Halstücher erhielten die Flawiler Viertklässler alle in Bever. Und nun galt es, in diesen schönen Brauch von Bever einzutauchen, der nach genauen Regeln erfolgt. Der älteste Schüler ist «dirigent», der Dirigent, der zweitälteste ist «chaschier», der Kassier. Die restlichen Schüler und Schülerinnen der Oberstufe treiben als «patruns» und «patrunas», als Hirten und Hirtinnen, die «vachas», die Kühe, an. Das sind die übrigen Kinder. Das alles findet jedes Jahr vor der wunderbaren Kulisse der Engadiner Häuser statt.

Erinnerungen an frühere Zeiten
Die Einwohner von Bever zeigten sich sehr erfreut über die Teilnahme der Viertklässler aus Flawil, sind doch auch sie von der Abwanderung im Hochtal betroffen. Viele erinnerten sich wieder an frühere Zeiten, als eine grosse Kinderschar den Chalandamarz feierte.

Begeistert zeigten sich auch die Schülerinnen und Schüler von Roland Wetter. «Es war toll, einen anderen Brauch, den Chalandamarz, kennenzulernen», schreiben Gian-Luca und Jonas nach der Rückkehr aus Bever. Ava gefielen unter anderem die schönen romanischen Lieder. Und Gian-Luca ist nicht der einzige, der sagt: «Ich würde gerne wieder dorthin gehen.»

Der Chalandamarz in Bever fand mit Flawiler Beteiligung statt.

Der Chalandamarz in Bever fand mit Flawiler Beteiligung statt.

Der Umzug vor der wunderbaren Kulisse der Engadiner Häuser.

Der Umzug vor der wunderbaren Kulisse der Engadiner Häuser.

(Quelle: Pressetexte Gemeinde Flawil, Nr. 10, 08.03.2018)

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